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Mutiger Klimaschutz und nachhaltige Mobilität

  • Klimaschutz und Mobilität in die eigene Hand nehmen, lokale Antworten
  • Klimaschutzmanager dem Bürgermeister zugeordnet
  • Generationengerechtigkeit ernst nehmen, jungen Menschen Handlungsoptionen ermöglichen
  • Lokale Klimaplattform aufbauen, inkl. Unternehmen mit bereits bestehenden, erfolgreichen CO2-Reduktionskonzepten
  • Klimaschutzkonzept aus 2013 fortschreiben: neue und umsetzbare Klimaschutzziele setzen
  • Stärkerer Fokus auf dezentrale Energiegewinnung und Energieeffizienz
  • Unterstützung für energieeffizientes Bauen und Renovieren
  • Konzept der Nahmobilität, Bahnverbindung Menden Iserlohn, attraktiver ÖPNV
  • Umfassendes Radwegkonzept
  • Tagestourismus stärken, Zusammenarbeit mit anderen Kommunen (Hönnetal),
  • Region als Fahrradziel
  • Neue Verkehrskonzepte, P&R-Parkplatz (auch für Fahrräder)

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Der globalen Klimakrise werden wir lokal begegnen, um auch im Zeichen der Generationengerechtigkeit Menden klimaneutral zu machen. Die im Klimaschutzkonzept aus dem Jahre 2013 gesetzten Ziele wurden leider verfehlt. Daher ist es um so wichtiger, dieses Konzept fortzuschreiben und uns auf die Einhaltung dieser Ziele auszurichten. Das wird nur gehen, wenn alle sich beteiligen und konsequent handeln. Stadt, Politik und Bürgerinnen und Bürger. Klimaschutz ist keine Einbahnstraße, bei der die Verantwortung nur bei öffentlichen Einrichtungen und der Politik liegt. Es gibt bereits vereinzelte Projekte, aber wir müssen den großen Wurf angehen.

Im Sofortprogramm habe ich daher eine Klimaschutzplattform für Menden angekündigt, auf der wir alle Bereiche zusammenbringen und das neue Klimaschutzkonzept vorbereiten. Wichtige Themen werden hier sein.

Die Stadtwerke sind hier bereits aktiv, aber seitens der Stadt werden wir hier nachlegen. Die dezentrale Energiegewinnung und die Energieeffizienz müssen durch die Stadtwerke stärker in den Fokus gerückt werden. Das gilt zum Beispiel auch für den stärkeren Einsatz von Solardächern.

Auch hier müssen wir schauen, was andere Gemeinden schon machen und was sinnvoll ist. Das Ganze muss aber sozial abgefedert werden, denn zusätzliche Vorgaben verteuern natürlich auch das Bauen. Hier kommen die Stadtwerke, gemeinsam mit der KfW ins Spiel, damit junge Familien, die wir ja verstärkt nach Menden bekommen möchten, es sich leisten können zu bauen. Das wird also eine Gratwanderung, für die wir sehr viel Kreativität benötigen.

Für die städtischen Gebäude gibt es hier bereits einen Leitfaden, der nun konsequent umgesetzt werden muss, z.B. in dem die solare Energiegewinnung nachgerüstet wird. Bei einigen Neubauten der vergangenen Jahre wurde dies leider nicht angewendet, obwohl wie eigentlich klare Vorgaben haben. Ziel ist es, die Gebäude so zu bauen, dass sie als sogenanntes Aktiv-Haus eine positive Energiebilanz haben.

Durch seine Tallage wird Menden zukünftig einer starken Erwärmung ausgesetzt sein. Wir werden aktiv dafür sorgen, dass notwendige kaltluft-Schneisen erhalten bzw. ausgebaut werden. Gleichzeitig können wir durch Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung einen Beitrag zu einem guten Stadtklima leisten.

Dem Klimaschutzmanager kommt eine wichtige Koordinierungsfunktion zu. Hier wird es wichtig sein, dass er nicht zum Feigenblatt der Politik wird, sondern dass daraus wirklich Aktivitäten folgen, die die Klimabilanz der Stadt Menden langfristig verbessern. Daher wird das Themenfeld direkt beim Bürgermeister angesiedelt sein. Zurzeit ist dies nur eine halbe Stelle und ist Bereich Umwelt, Planen und Bauen verankert. Dem Klimaschutz kommt jedoch eine sehr wichtige Stellung bei der Gesamtentwicklung unserer Stadt zu, von dem alle Bereiche betroffen sein werden. Daher muss Klimaschutz als Querschnittsaufgabe verstanden werden. Die Einrichtung einer Mendener Klimaschutz-Plattform hat hohe Priorität, um alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Hierzu zählen auch Mendener Unternehmen, die bereits erfolgreich CO2-Reduktionsstratgien umsetzen und damit für andere Firmen einen Modellcharakter haben.

Die WSG hat bereits ein Konzept für die Ansiedlung neuer Unternehmen aufgesetzt. Neben den traditionellen Firmen, die für Menden extrem wichtig sind, bin ich jedoch der Ansicht, dass wir hier auch Angebote für Unternehmen machen müssen, die aus dem Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens stammen, z.B. regenerativer Energien und den damit verbundenen Dienstleistungen stammen. Hier sind die Stadtwerke Menden ein wichtiger Partner.

Mobilität als Teil der Klimaschutzaktivitäten muss zukünftig deutlich mehr Priorität eingeräumt werden. Da wird Menden seinen Beitrag leisten, auch wenn dies in erster Linie beim Kreis liegt.

Als Stadt zwischen Sauerland und Ruhrgebiet pendeln sehr viele Menschen täglich zur Arbeit in andere Städte bzw. pendeln aus anderen Städten zu uns ein. Laut Statistik von NRW.IT sind im Jahre 2018 täglich mehr als 15.000 Mendenerinnen und Mendener ausgependelt und mehr als 8.500 täglich eingependelt. Aber auch innerhalb Mendens gibt es hier mit über 12.000 Menschen an jedem Tag ein erhebliches Verkehrsaufkommen. Bei einem Blick auf die Landkarte kann man schnell erkennen: wir haben keine ländlichen Verkehrsprobleme, sondern städtische. Die Pendlerströme in und aus unseren Nachbarstädte zeigt, dass wir eng mit Hemer, Iserlohn, Balve und auch Fröndenberg verbunden sind, an einigen Stellen sind wir baulich sogar zusammengewachsen. Dieser Problematik können wir nicht mit kleinen Einzelmaßnahmen begegnen, sondern werden ein lokales Konzept der Nahmobilität entwerfen, das ALLE Verkehrsträger verbindet: Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV und Pkw. Dieses wird dann in einem nächsten Schritt mit den genannten Kommunen abgestimmt und umgesetzt.

Traditionell war Menden keine ausgeprägte Fahrradstadt; durch die stark wachsende Verwendung von E-Bikes und Pedelecs hat sich dieses Bild komplett gedreht. Nicht nur für die Freizeit, sondern auch für den Weg von und zur Arbeit oder zur Schule erfreut sich dieses Verkehrsmittel wachsender Beliebtheit. Dieses Thema wird vernachlässigt, auch wenn es einzelne Aktivitäten für kleinere Radwegangebote gibt. Als Bürgermeister werde ich ein umfassendes Radwegkonzept als wichtigen Teil der Mobilität in Menden auf den Weg bringen, damit wir uns zukünftig sicher und schnell per Rad fortbewegen können. Hierfür gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, die wir ausschöpfen werden.

Menden wird sicherlich kein Ziel für Touristen, ist jedoch sehr interessant für Tagestourismus. Wir liegen sehr nahe an den Metropolen des Ruhrgebietes und sind von dort auch mit der Bahn gut erreichbar. Ein Radweg entlang der Hönne, von der Quelle bis zur Mündung, würde auch Gastronomie und Handel in der Stadt zugutekommen. Hier werden wir mit Hemer und Balve ein Konzept ausarbeiten, das eines besonderen Fokus auf das Hönnetal legt. Ein Radweg, für den es erhebliche Fördergelder gibt, muss komplett losgelöst vom Straßenverkehr umgesetzt werden. Die Anbindung an die Hönnetal-Bahn macht diese Strecke auch für Familien mit Kindern interessant, da diese jederzeit in den Zug einsteigen können, wenn die Kinder überfordert sind. Diese Strecke wird gemeinsam mit Hemer und Balve vermarktet und auch als Abzweig des Ruhrtalweges mit Fröndenberg abgestimmt. So wird unsere gesamt Region zum Fahrradziel!

Bedingt durch die Lage werden wir in Menden sicherlich kein ÖPNV-Angebot wie in einer Großstadt schaffen können. Das Auto wird weiterhin Zubringerdienste und Mobilität in den Abendstunden sicher müssen. Aber es muss das Ziel sein, den Umstieg auf den ÖPNV so attraktiv zu gestalten, dass wir die Pkw-Ströme erkennbar reduzieren können. Laut Klimaschutzkonzept der Stadt aus dem Jahr 2013 entfielen über 30 Prozent unseres CO2-Austoßes auf die Mobilität. Um es an dieser Stelle klar zu sagen: der Weiterbau der A 46 nach Menden und darüber hinaus ist ein veraltetes Verkehrskonzept des vergangenen Jahrhunderts. Die Autobahn löst nicht die Verkehrsprobleme unserer Zeit, sondern wird den CO2-Austoß deutlich erhöhen. Der Hinweis einiger Autobahnbefürworter, Menden werde von der Autobahn nicht berührt, da diese unsere Stadt komplett untertunnelt durchlaufen würde, halte ich für brandgefährlich und unverantwortlich! Zu glauben, dass der Bund die hierfür notwendigen, erheblichen Mittel für ein vergleichsweise kleines Teilstück zur Verfügung stellen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Im Falle des oberirdischen Baus mit Aufstelzung und Brücken über unseren Köpfen können die Autobahnbefürworter zwar sagen „Wir haben einen Tunnel gewollt!“ – Landschaft und Natur bleiben jedoch unwiederbringlich zerstört.

Mit Bus und Bahn zu fahren, muss attraktiv und erschwinglich sein. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird ausgebaut, verbessert und komfortabler. Bus und Bahn müssen die Fahrpläne aufeinander abstimmen und besser takten. Die Wiederherstellung eines Schienenverkehrs zwischen Menden und Iserlohn ist aus mehreren Gründen wünschenswert. Wenn der ÖPNV nämlich genau so langsam ist wie das Auto, bei gleichzeitiger niedriger Taktfrequenz, dann werden Menschen nicht umsteigen. Ein besonderer Augenmerk liegt hier zunächst in Richtung Iserlohn und Hemer, da wir hier die höchste Pendlerfrequenz haben, aber wir denken weiter:

Arbeitsplätze und Bildungseinrichtungen im Ruhrgebiet müssen schnell und bequem erreichbar sein. Menden wird so für qualifizierte Kräfte interessant (besonders, da es eine Zunahme von Arbeit aus dem Home Office geben wird). Gute Verkehrsbedingungen binden Menschen.

Deshalb müssen wir in Menden für einen P&R-Parkplatz sorgen, damit mehr Pendlerinnen und Pendler unkompliziert und verlässlich auf Bus & Bahn umsteigen können. Dieser P&R muss auch eine sichere Radstation inkl. Lademöglichkeit vorsehen.